Heckenpflege & -Neuanlage
Steinrücken und andere Feldhecken
Im Mittleren Erzgebirge gibt es eine Vielfalt an Heckenstrukturen und Steinrücken, die im Ergebnis der Erstbesiedlung vor ca. 800 Jahren entstanden sind. Gerade diese Heckenstrukturen sind es, die den besonderen Reiz unserer Landschaft ausmachen. So ist beispielsweise in den Gemarkungen Mauersberg und Großrückerswalde eine überdurchschnittliche Dichte an Feldhecken festzustellen – mehr als 50 m Hecke/ha landwirtschaftliche Nutzfläche.
Während in den 1950er Jahren in wissenschaftlichen Veröffentlichungen die Feldhecken im Erzgebirge als Einzelreihen und Buschgruppen beschrieben werden, ist nunmehr festzustellen, dass sich die Heckenstrukturen durch Unterlassen der Verjüngungspflege in den letzten ca. 50 Jahren stark verändert haben. Oftmals findet man überalterte, zusammengebrochene oder verkahlte Gehölzbestände vor, die sich an vielen Stellen bis zu 20 m in die angrenzende Feldflur ausgebreitet haben. Diese Überalterung geht einher mit einer Verdrängung der lichtliebenden Arten und der Dominanz konkurrenzstarken Arten wie Esche oder Berghorn.
Heckenpflege – Warum wir manchmal stärker eingreifen
Um die ökologischen Funktionen der Hecken langfristig zu sichern, führen wir regelmäßige Pflegemaßnahmen durch. Dabei kann es vorkommen, dass nach dem Schnitt kahle Flächen sichtbar werden. Erfahren Sie hier, warum wir so handeln und welche Vorteile dies hat.
Was wir tun
- Strukturpflegemaßnahmen: Wir gestalten die Hecken so, dass verschiedene Altersstrukturen nebeneinander bestehen bleiben oder entstehen. Dabei werden jüngere Triebe gefördert und ältere, gut gewachsene Triebe belassen oder behutsam zurückgenommen.
- Auslichtung von Gehölzen: Schnell wachsende Arten erhalten gezielte Schnittmaßnahmen, damit langsamer wachsende Arten genügend Licht und Raum erhalten.
- Erhalt der Biodiversität: Durch gemischte Altersklassen, unterschiedliche Stockwerke und begrenzte Verdichtung sichern wir die Lebensräume für Insekten, Vögel und Kleinsäuger.
- Langfristiges Ziel: Ein gesundes, standortgerechtes und artenreiches Ökosystem Hecke – auch in Zeiten von Klima- und Nutzungsdruck.
Warum wir so vorgehen
- Licht- und Konkurrenzregeln: Schneller wachsende Gehölze würden bei verengten Verhältnissen die langsam wachsenden Arten dominieren. Durch gezielte Auslichtung geben wir ihnen Raum, führt zu stabilen, widerstandsfähigen Hecken.
- Strukturvielfalt schafft Lebensräume: Unterschiedliche Dicken, Kronenformen und Alterstufen erzeugen vielfältige Habitate für Nisthöhlen, Brutpfade, Nektar- und Beutepflanzen.
- Gesunde Entwicklung: Regelmäßige, maßvolle Schnitte verhindern überalterte Bestände, fördern neue Triebe und erhöhen die Widerstandsfähigkeit gegen Stürme, Dürre und Schadorganismen.
- Erhalt der Funktionalität: Hecken dienen als Windschutz, Filter für Boden- und Gewässerbelastungen, Lebensraumkorridore und Nahrungslieferanten – all das bleibt auch durch die Pflege gesichert.
Nutzen und Wirkung
- Biodiversität: Mehr Artenvielfalt durch strukturierte Heckenlandschaften.
- Ökosystemdienstleistungen: Verbesserter Bodenschutz, Wasserinfiltration und Lebensraumverbindungen.
- Resilienz: Robuste Hecken, besser gegen Sturm, Trockenheit und Schädlingsdruck gewappnet.
- Langfristige Landschaftspflege: Erhalt von ökologischem Gleichgewicht in Ihrem Umfeld.






Maßnahmen
- Gehölzsanierung Morgensternhöhe (Ident: 042024005302ENE)
- Gehölzsanierung Schwartenberg (Ident: 042024006406ENE)
- Gehölzsanierung Mauersberg (Ident: 04024010010ENE)
- Gehölzsanierung Zöblitz 1 (Ident: 042024009509ENE)
- Gehölzsanierung Zöblitz 2 (Ident: 042024006103ENE)
- Gehölzsanierung Zöblitz 4 (Ident: 042024006204ENE)
- Gehölzsanierung Zöblitz 5 (Ident: 042024006305ENE)
Heckenneuanlage
Neben den reich strukturierten Steinrückenlandschaften gibt es in unserem Wirkungsbereich auch Gebiete, in denen kaum Landschaftselemente vorhanden sind. Im Sinne des landesweiten Biotopverbundes legen wir neue Heckenstrukturen an. So konnten wir seit der Gründung unseres Verbandes im Jahr 1991 rund 32 km Hecken pflanzen. Unser größtes Vorhaben auf diesem Gebiet konnten wir in der Gemarkung Ansprung umsetzen, dort pflanzten wir in die ausgeräumte Agrarlandschaft seit 1996 elf Hecken und eine Benjeshecke mit einer Gesamtlänge von über 6000m.



